Der senegalesische Ringkampf, „la lutte“, ist unser traditioneller Nationalsport und begeistert die Senegalesen besonders. Es werden zwei Arten unterschieden: „La lutte traditionelle“, vergleichbar mit dem griechischen Ringen und „la lutte avec frappe“, hier sind zusätzlich Elemente des Boxens erlaubt.

 

Die Wettkämpfe sind vor allem im kulturellen Leben der Serer wichtig. Sie finden oft nach einer guten Ernte oder auch nach einer Periode erfolgreichen Fischfangs statt, außerdem werden sie als rhythmische Tanzfeste gestaltet, zu denen das ganze Dorf zusammenkommt, um die Kämpfe mitzuerleben und den Sieger des Dorfes und der Nachbardörfer zu feiern.

Die rituellen Vorbereitungen sind sehr aufwändig: Jeder Ringkämpfer hat ein Betreuerteam, einen Marabout (Korangelehrter, meist Heilkundiger) und einen Griot. Die Griots feuern ihre Schützlinge mit Lobliedern an, die Tänzer tanzen zu den Rhythmen der Tam-Tams ihre eigenen Choreographien, um ihre Gegner einzuschüchtern und ihren Fans zu gefallen.
Die Rolle des Marabouts ist, seinen Kämpfer vor einem schlechten Schicksal zu bewahren, vor allem vor denjenigen Geistern zu beschützen, die gern Helden bedrohen. Die Beschwörungen und die gesprochenen Zauberformeln sollen dem Kämpfer zum Sieg verhelfen. Die Athleten selbst tragen viele Schutzamulette am Körper und begießen sich vor dem Kampf mit rituellen Flüssigkeiten, die nach geheimen Rezepturen hergestellt wurden.

Die Wettkämpfe werden auf dem Dorfplatz oder in Stadien ausgetragen, der Platz ist ein mit Sandsäcken begrenzter Kreis. Schiedsrichter überwachen die Kämpfe und bestimmen den Sieger. Sieger ist, wer seinen Gegner auf den Rücken zu Fall bringt, ein Wettkampf kann maximal 25 Minuten dauern.

Heute ist der Ringkampf als der bestbezahlte Sport im Senegal so populär wie bei Ihnen Fußball. Es gibt ca. 4000 Berufskämpfer, die in Vereinen mit eigenen Ausbildungsstätten organisiert sind.
Die Sieger der Ringkämpfe, die Lutteure, genießen im Senegal ein hohes Ansehen.