Die Feiertage des Islams sind bewegliche Tage und werden nach dem Mondkalender berechnet.

 

Korité

Das Ende des Ramadans wird mit dem Fest Korité gefeiert. Das Fastenmonat Ramadan muss von allen Muslimen respektiert werden, während des Fastenmonats wird von Sonnenaufgang bis zu Sonnenuntergang weder gegessen noch getrunken – und das Ende wird gefeiert.
Um 9 Uhr morgens kommen die Gläubigen in Boubous (traditionellen Gewändern) in der Moschee zum Gebet zusammen, im Anschluss daran bittet man sich gegenseitig um Verzeihung, wenn man sein Gegenüber in der Vergangenheit verletzt haben sollte, und wünscht sich eine glückliche Zukunft.
Zuhause wird eine Schale Hirsebrei gegessen, der Ramadan ist damit beendet. An diesem Tag wird Hühnchen mit Frites und Salat gegessen, wir trinken Attatya und besuchen unsere Nachbarn.


Tabaski

Tabaski, auch Opfer- oder Hammelfest genannt, ist der höchste islamische Feiertag und wird zwei Monate nach dem Ende des Ramadan gefeiert.
Die Vorbereitungen für dieses Fest sind enorm und beginnen frühzeitig. Anlässlich dieses Festes wird in jeder Familie ein männliches Schaf getötet, denn jeder Mann muss seiner Frau an diesem Tag ein Schaf schenken. Man kann sich vorstellen, wie viele Schafe in der 2,5 Mio-Metropole gebraucht werden! In ganz Dakar gibt es Verkaufsstellen für Schafe, auf den Plätzen und entlang der größeren Straßen. Da die Schafe vom Land und auch aus angrenzenden Ländern kommen, sind während dieser Zeit die Grenzen zu den Nachbarländern geöffnet und es werden keine Zölle erhoben. Überall werden die Schafe begutachtet und es wird eifrig gehandelt, die Preise, die man fordert, bewegen sich zwischen 80 bis 400 €, bei besonderen Züchtungen bis zu 1.500 € pro Tier.

Es ist auch Sitte, dass der Mann seiner Frau zum Fest einen neuen Boubou schenkt,  ja, die ganze Familie möchte sich neu einkleiden. Die Wochen vor dem Fest bedeuten also auch Hochsaison für Stoffhändler und Schneider; in den letzten Tagen arbeiten die Schneider Tag und Nacht und hoffen, dass der Strom nicht ausfällt.

Kurz vor Tabaski werden die Schafe gewaschen und teils mit bunten Halsbändern oder mit Henna gefärbten Beinen geschmückt vor den Häusern festgebunden.

Am Festtag selbst treffen sich die Gläubigen im Festtagsgewand um 9 Uhr früh in der Moschee zur Ansprache des Imams und zum gemeinsamen Gebet. Der Imam tötet dort als Erster sein Schaf, dann erst dürfen die Männer zu Hause ihre Schafe töten.

Hatte das Blöken der Schafe noch bis vor kurzem den Verkehrslärm übertönt, so wird es im Laufe dieses Vormittags auffällig still, kaum ein Schaf ist noch zu hören. Das Schächten ist viel Arbeit für die Männer und auch die Frauen bereiten seit dem Morgen die Zutaten für das Festmahl vor. Den ganzen Vormittag wird gekocht, die Frites und der Salat zubereitet und das Fleisch gegrillt. Als Vorspeise werden die gegrillten Herzen gereicht, später isst man zusammen, wie üblich auf dem Boden.
Ein Teil des Fleisches wird für das nächste Fest, Tamcharit, das Fest des Endes des muslimischen Jahres, aufbewahrt.

Erst am Abend, wenn alle Arbeit getan ist, kleiden sich die Menschen in ihre neuen prächtigen Kleider, man geht durch’s Stadtviertel und wünscht sich ein Frohes Fest.
Oder man geht aus: Viele große Musiker geben an diesem und in den nächsten Abenden Konzerte.

Die Tage nach Tabaski sind ruhig, vergleichbar mit Weihnachten bei Ihnen. Viele Geschäfte haben geschlossen, die Märkte sind leer; die meisten Händler sind nach Hause gefahren, um mit ihren Familien zu feiern.


 

Tamcharit

Das Ende des muslimischen Jahres wird einen Monat nach  Tabaski gefeiert. In den Familien wird Couscous mit Dattelsauce, Rosinen, weißen Bohnen und einem Gemüse, ähnlich den Zucchini, zubereitet. Ein Teil des Fleisches von Tabaski, der für diesen Tag  aufbewahrt wurde,  wird mit Rindfleisch ergänzt.
Für dieses Fest werden viele Kühe geschlachtet; vermögende Bewohner des Stadtviertels, die Gemeinde und andere Organisationen spenden Rinder, die ihre letzten Tage im Hof der Moschee verbringen. In der Nacht vor dem Fest werden die Kühe geschlachtet, und das Fleisch wird portioniert verteilt unter den Spendern, vor allem aber unter den Bedürftigen des Viertels.
Für diesen Tag wird ein spezielles senegalesisches Couscous zubereitet. Viele Frauen schicken einen Teil des Abendessens in mit Stoff umwickelten Schalen ihren Müttern und Schwiegermüttern als Anerkennung ihrer Leistungen und als Beweis für die Solidarität innerhalb der Familie.

Nach einem frühen Abendessen beginnt das Fest: Die Jungen verkleiden sich als  Mädchen und umgekehrt. Schon vor Tagen haben sich die Kinder aus Konservenbüchsen und Tierhaut mit Metallfäden kleine Trommeln gebaut. Den ganzen Tag über, vor allem abends und in der Nacht, gehen sie in kleinen Gruppen trommelnd durch das Viertel, tanzen, singen vor den Häusern oder im Hof und bitten um Reis, Zucker, Essen oder ein paar Münzen.  Mit dem Gesammelten organisieren sie am nächsten Tag ihr kleines Fest: für sie das Größste!


 

Die Pilgerfahrt nach Mekka und das Fest der Rückkehr

Jeder Muslim hat das Ziel, einmal im Leben nach Mekka zu reisen. Auf die Vorbereitungen dieser Pilgerreise möchte ich  hier jetzt nicht eingehen, wir widmen uns der Rückkehr und der damit verbundenen Zeremonie.

Beim Fest der Rückkehr von Mekka trägt der Pilger oder die Pilgerin ein bestimmtes Kleid und trägt fortan die Bezeichnung El Hadji bzw. Adja vor dem Vornamen.

Mit allen Personen, der Familie und den Freunden, die an diesem Tag zu Besuch kommen, darf der Pilger ein bestimmtes Gebet sprechen. Die Pilger verteilen Geschenke wie Gebetsketten, Gebetsteppiche, Foulards (Schals), Bonnets (bestickte Mützen), Diallabahs (Umhänge), Stoff, Parfum und Thioraye (Düfte mit Weihrauch) unter  den Gästen, denn oft haben die ganze Familie und Freunde Geld gegeben, um die Pilgerreise zu ermöglichen.
Es wird ein Rind geschlachtet und zubereitet mit Reis und Salat gereicht, gegen Abend kommen neben den Griots (Sänger, die die Familiengeschichte kennen  besingen) Musiker mit Tabalas, Trommeln für religiöse Anlässe.

 

 

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