Das Begräbnis nach islamischem Ritus

Verstirbt ein Mensch, so verkündet die trauernde Familie den Todesfall und den Begräbnistermin persönlich im Stadtviertel und über die meistgehörten Radiosender.

Der Leichnam wird auf einer Bahre zur Moschee gebracht. Dort wird der Körper gewaschen, mit Düften parfümiert und unbekleidet in einen speziellen weißen Stoff, das Perkall, gehüllt, in dem der Tote dann bestattet wird.
Die Männer der Familie und des Stadtviertels begeben sich im Boubou (traditionelles Gewand) in die Mosche zum Gebet und begleiten den Toten auf seinem letzten Weg; beerdigt wird meist gleich am Todestag. Nach der Rückkehr vom Friedhof waschen sich die Männer vor dem Haus in einer riesengroßen Schüssel die Hände – erst danach wird kondoliert mit den Worten: „ Möge die Erde ihr / ihm leicht sein und sie / er einen guten Empfang im Paradies haben.“

Vor dem Haus werden wieder ein Zelt und Stühle für die Trauergäste bereitgestellt, die Gäste werden bewirtet, es wird wenig gesprochen, die Anwesenden sitzen still in ihren wunderschönen farbenprächtigen Boubous, die Frauen tragen Schleier.

Am dritten, achten und vierzigsten Tag nach dem Tod wird im Anwesen der Familie der Koran rezitiert, gebetet und Hirsebrei gereicht. Verstirbt der Ehemann, so trägt die Witwe vier Monate und zehn Tage lang einen Schleier. Sie verbringt diese Zeit im Gebet, kocht nicht und verlässt das Haus tagsüber nicht, nur abends geht sie im Viertel spazieren.

Oft wird an jedem Todestag der Koran rezitiert, der Imam oder ein Vertreter kommt dafür ins Haus. Anschließend wird Hirsebrei gereicht. In meiner Familie findet diese Zeremonie jeweils im Monat des Todes meines Vaters statt und es wird für alle Verstorbenen meiner Familie gebetet.

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