Der rituelle Einzug beim Ehemann

Dieser Ritus findet nicht immer gleich am Hochzeitstag statt, er kann Monate später oder auch erst nach der Geburt des ersten Kindes stattfinden, dann allerdings vor dem Namensgebungsfest.
Dieses Fest findet meist nachts statt und ist mit viel Mystik verbunden. Die Frau hat ihre Koffer und ihren Hausrat gepackt. Sie sitzt im Hof auf einer Matte und ist mit einem gewebten Stück Stoff, einem Raball, verhüllt. Eine Schwester ihres Vaters, eine sog. Badjan, betet und bittet die Delegation des Ehemanns, die Frau gut zu behandeln. Die Vertreter der Schwiegerfamilie sagen dies zu und legen Zeugnis ab über beide Familien. Nach einem Gebet wird die Frau mit Gesang und Tanz zum Haus ihres Mannes begleitet, der seine Frau in ihrem gemeinsamen Zimmer auf dem Bett sitzend erwartet. Sie setzt sich ihm gegenüber und beide werden nun mit dem Raball verhüllt. Zwischen beide wird eine Schale Hirsebrei gestellt  - es gibt ein kleines Gerangel, denn derjenige, der zuerst vom Brei nimmt, hat im Haushalt später das Sagen! Natürlich geht das immer gut aus und der Mann gibt seiner Frau zuerst zu Essen. Den Rest des Breis schmiert sich das junge Paar gegenseitig ins Gesicht, ab jetzt wird fröhlich gefeiert.
Die Frau verlässt das Haus eine Woche lang nicht und arbeitet auch nicht. Nach dieser Woche besucht sie ihr Elternhaus für einen Tag.

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