Gutes Benehmen zeigt sich in korrekter Kleidung, Wortwahl und Sprache, würdevollem Gang, dem Respekt vor sich und dem Anderen, Sauberkeit und Haltung.

Jemandem, der zum ersten Mal im Senegal ist, werden zunächst die ausführlichen Begrüßungen auffallen. Für uns Senegalesen ist die Begrüßung ein Zeichen des Respekts, das bedeutet: Immer und überall, wenn wir eine Person treffen, sei es im familiären oder beruflichen Umfeld oder auf der Straße, werden wir sie unbedingt grüßen, nach Möglichkeit mit Handschlag. Das kann sich auch mehrmals am Tag ereignen. Kommt ein Gast zu uns in unser Haus, stellen wir ihn der Familie vor, hier gibt der Gast jedem anwesenden Familienmitglied die Hand.

Anders als in Deutschland reicht im Senegal der Jüngere dem Älteren die Hand. Ein Gruß beginnt bei uns häufig mit der Nennung des Familiennamens des Gegenübers z.B.  „Sall, Sall, Sall“ und wird vom Gegrüßten mit dem Familienamen des Grüßenden beantwortet, wie „ Seck, Seck, Seck“. Wir begrüßen mit diesen Worten nicht nur die Person vor uns, sondern auch deren ganze Familie und drücken damit unseren Respekt aus.
Nach der Begrüßung: „ Friede sei mit Dir“ (salaam aleikum)– „Und mit Dir Friede.“ (maleikum salaam) folgen die weiteren Fragen: „Wie geht’s?“ - „Wie geht es der Familie?“ -„Sind alle gesund?“ - „Was macht die Arbeit?“  Die Antwort ist jeweils: „Gut, Dank sei Gott“ (alhamdullilah) und „Friede, nur Friede“ (jamm rekk).

Gutes Benehmen ist für uns auch deshalb so wichtig, weil Senegalesen nicht nur sich selbst vor- und darstellen, sondern immer gleich auch die eigene Familie repräsentieren.