Wir steigen in den Autobus und nehmen unseren Platz ein. In diesem Augenblick kann es zur Konfrontation zweier Kulturen, zur Kollision und zum Konflikt kommen. Das geschieht, wenn der Passagier ein Neuankömmling ist, der Afrika nicht kennt. So ein Mensch beginnt sich umzudrehen und zu fragen: “Wann fährt der Autobus ab?“  „Was heißt wann?“ sagt der Fahrer erstaunt. „Wenn so viele Leute beisammen sind, bis er auf den letzten Platz besetzt ist.

Kapuscinski, Ryszard: Afrikanisches Fieber. München 12. Aufl. 2008, Seite 19.

 

Freitag, 23. Januar 2015

Ein langgehegter Traum wird wahr! Im vergangenen Jahr hatten wir von dieser Reise erfahren und ich hatte mir so sehr gewünscht, sie zu unternehmen: Vor einigen Jahren hatten Hoteliers und Geschäftsleute der Region St. Louis das marode Schiff „Bou El Mogdad“ erworben, restauriert und die Kreuzfahrt entworfen.

Nun würden wir sie erleben!

Spätnachmittags kommen wir in St. Louis im Hotel „La Résidence“ an. Ich liebe dieses Hotel, denn die Einrichtung im Kolonialstil erinnert mich immer an die Comics von Tim und Struppi.

Die „Bou El Mogdad“ liegt schon am Quai und wird für die Kreuzfahrt vorbereitet.

 

Dakar. 26. November 2012

Um sechs Uhr morgens herrscht noch völlige Dunkelheit, aber der Tag wird schnell kommen. Wir sind mit unserem Mitarbeiter an der Ausfallstraße Dakars verabredet, von wo wir in die Richtung unseres Ziels starten wollen.  Er erwartet uns bereits, und wir haben das Glück, auf ein Quart-Place zu treffen, dessen Fahrer aus der Region stammt, in der die Körbe hergestellt werden. Wir haben Wasser und etwas Obst dabei, unterwegs besorgen wir Kaffee und Tapalapa, das traditionelle senegalesische Brot, für unser gemeinsames Frühstück unterwegs im Auto.

Dakar. 8. Januar 2009
Gegen Mittag brechen wir auf zum gare routière, dem Busbahnhof, im Viertel Millionaire in Dakar. Von dort geht der Bus nach Foundiougne im Sine Saloum, einem riesigen Flussdelta. Die Flüsse Sine und Saloum, die hier ins Meer münden, bilden ein großflächiges Überschwemmungsgebiet.

München, 25. Februar 2006
Ich reise also in den Senegal! Eine Reise, die ich mir viele Jahre lang gewünscht hatte; Anlass ist der Besuch bei mein Patenkind Mariama.

Die Hinreise verläuft nach vielen Aufregungen gut, die Trennung von meinem Sohn Felix ist wie immer schwer; er steht noch lange hinter der Glasscheibe am Flughafen und sieht mir nachdenklich hinterher: Wird schon gut gehen, ein Jahr zuvor war die Mama mit dem Rucksack in die Sahara geflogen und auch gesund zurückgekommen! In den Koffer hatte er  mir noch sein Taschenmesser gesteckt: zur Sicherheit, man weiß ja nie – und auch als Talisman.